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Baustelle und Umwelt

Bei der Planung einer Baustelleneinrichtung stellt sich immer die Frage: Wie gehen wir mit dem bestehenden Außenanlagen um? Was darf bleiben, was kommt weg und was ist besonders schützenswert.

Jede am Planungsprozess beteiligte Person hat eine andere Sicht auf das Projekt und andere Wertvorstellungen. Auch, wenn alle an einem Strang ziehen, ist den AuftraggeberInnen etwas anderes wichtig, als den PlanerInnen, den Nutzenden oder den AnwohnerInnen. Hinzu kommen Unmengen gesetzlicher Vorgaben und bauliche Fragen, die Beachtung finden müssen. In der Gemengelage erhält der Außenraum jedoch häufig zu wenig Beachtung und Wertschätzung. Der Erhalt bestehender Vegetation, wie eine gut gepflegte und gesunde Hecke, schöne Staudenbeete Gehölze aber auch der Baumbestand finden zu wenig Beachtung in der Vorplanung, Ausschreibung und weiterem Verlauf der Planung. Es wird in der Regel auf Neupflanzungen gesetzt, um das Bauvorhaben nicht zu verkomplizieren oder zu verteuern. Der Nutzen von Bestandsvegetation lässt sich schlecht in finanzielle Werte übersetzen. Natürlich kann man die Kosten für die Neuanlage einer entsprechenden Hecke gegenrechnen und diesen Wert ansetzen, doch es lässt wichtige Faktoren außer Acht.

Eine gesunde Bestandshecke ist bereits angewachsen, sie hat sich an diesen Stadtort über viele Jahre gewöhnt und bereits eine gewisse klimatische Widerstandsfähigkeit entwickelt. Soll diese Hecke also durch eine neue Hecke ersetzt werden, sind nicht nur die Kosten für die Neuanlage und Fertigstellungspflege anzusetzen, sondern auch das regelmäßige Wassern und die Anwuchspflege für die ersten 2-3 Jahre! Wird die Vegetation auf einem Grundstück nach den Umbaumaßnahmen ersetzt, wurden die Kosten für die Neupflanzungen in der Kostenschätzung aber in der Regel zu gering angesetzt. Geld für hochwertige Pflanzen, die den neuen klimatischen Bedingungen stand halten, sowie für eine langfristige professionelle Pflege fehlt dadurch.

Wurde zusätzlich die Bodengesundheit während der Bauzeit durch Schadstoffe und Verdichtung zerstört, leiden auch die Neupflanzungen darunter. Mangelhafte Pflege, schlechte Bodenqualität, Beschädigungen und minderwertige Ware haben zwangsläufig negative Folgen, wie Pilz- und Schädlingsbefall, übermäßigen Wuchs von Beikraut und Vertrocknen. Die negativen Folgen werden häufig erst in den ersten 2-3 Jahren nach der Fertigstellung erkennbar und sind daher schwer mit den Baumaßnahmen in Verbindung zu bringen und nachzuweisen. Selbst, wenn Planende im Bauprozess alles richtig gemacht haben, ist ein Pflegekonzept und eine langfristige professionelle Pflege durch geschultes Personal unabdingbar.

Für Bestandsbäume gibt es ab einer bestimmten Größe einen gesetzlichen Schutz und geforderte Schutzmaßnahmen, die während der Bauphase umgesetzt werden müssen. Doch auf einem Großteil der Baustellen werden diese nicht korrekt umgesetzt und auch nicht kontrolliert. Wurzeln, Stämme und Äste werden beschädigt, schwere Baumaterialien lagern im Wurzelbereich oder der Bereich wird mit Baufahrzeugen überfahren und verdichtet. Hier hilft eine gute Kenntnis der gesetzlichen Vorgaben und die frühzeitige intensive Abstimmung mit den Baufirmen, um ausreichende Schutzmaßnahmen durchzusetzen.

Planende sollten sich mit einer Bestandsdokumentation wappnen. So lässt sich der Zusammenhang zwischen Baumaßnahmen und Schäden im Nachhinein besser nachweisen. Noch besser ist es, sich von Expert*innen durch eine ökologische Baubegleitung unterstützen zu lassen.

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